Eine Woche in Finnisch-Lappland
Reisezeit
Ende Januar 2026
Dauer
1 Woche
Reiseziel
Äkäslompolo, Finnland
Anreise
Flug Düsseldorf → Kittilä
Unterkunft
Hotel Seita
Region
Ylläs / Äkäslompolo
ANKOMMEN IM WINTER
Schnee, Stille und der erste Abend
Schon kurz nach der Ankunft merkt man, dass der Winter in Lappland anders wirkt als bei uns. Schnee liegt nicht nur am Straßenrand, sondern bestimmt die gesamte Landschaft. Dächer, Bäume, Wege und selbst kleinere Straßen verschwinden unter einer dicken weißen Schicht.
Besonders auffällig ist die Ruhe. Sobald man den Ort verlässt oder nur ein Stück abseits der Straße steht, hört man oft kaum noch etwas. Der Schnee dämpft viele Geräusche, und zusammen mit der klaren kalten Luft entsteht eine Atmosphäre, die man nur schwer mit einem normalen Wintertag zu Hause vergleichen kann.
Gerade am ersten Abend war dieser Eindruck besonders stark. Nach der Anreise erst einmal durch Äkäslompolo zu laufen, die verschneiten Häuser zu sehen und langsam in dieser Umgebung anzukommen, war für uns ein schöner Einstieg in die Reise. Mit der frühen Dunkelheit, den beleuchteten Fenstern und den tief verschneiten Wegen bekommt der Ort eine ganz eigene Stimmung.
Und genau an diesem ersten Abend zeigte sich dann auch, warum Lappland im Winter so besonders ist: Über uns wurden plötzlich die ersten Polarlichter sichtbar – ein ziemlich beeindruckender Start in die kommenden Tage.



POLARLICHTER
Polarlichter am ersten Abend
Schon am ersten Abend zeigte sich über der verschneiten Landschaft das Nordlicht. Zwischen Schnee, klarer Winterluft und beleuchteten Bäumen entstand damit gleich zu Beginn einer der besonderen Momente dieser Reise.

Wenn der Himmel in Bewegung gerät
Was auf einem Foto fast ruhig wirkt, sieht in Bewegung noch einmal ganz anders aus. Die grünen Lichtbänder verändern ständig ihre Form, ziehen langsam über den Himmel und werden für kurze Momente plötzlich deutlich intensiver.
Gerade über der tief verschneiten Landschaft rund um Äkäslompolo war dieser Anblick besonders beeindruckend. Die beleuchteten Bäume, die klare Winterluft und darüber das Nordlicht – genau solche Augenblicke gehören für mich zu den Bildern, die von dieser Reise besonders hängen geblieben sind.

UNTERKUNFT
Hotel Seita in Äkäslompolo
Für unseren Aufenthalt in Äkäslompolo haben wir uns für das Hotel Seita beziehungsweise eines der dazugehörigen Mökki entschieden. Die kleinen Holzhütten liegen nur wenige hundert Meter vom Haupthaus entfernt im Kiefernwald. Dadurch hat man seine Ruhe und ist trotzdem schnell beim Restaurant und den Einrichtungen des Hotels.
Unser Mökki war genau das, was wir uns für eine Winterreise nach Lappland vorgestellt hatten: viel Holz, eine gemütliche Atmosphäre und draußen direkt die verschneite Landschaft. Die Hütten verfügen je nach Größe über Platz für zwei bis vier Personen und sind mit Küchenzeile, eigenem Bad und einer privaten Sauna ausgestattet. Bei den größeren Ferienhäusern gehört auch ein Wohnbereich mit offenem Kamin dazu – gerade nach einem langen Tag draußen eine sehr passende Kombination.
Besonders schön fanden wir, dass man hier nicht das Gefühl hat, einfach nur in einem klassischen Hotelzimmer zu wohnen. Man kommt zurück, zieht die Winterkleidung aus, macht es sich in der Hütte gemütlich und kann den Tag ganz in Ruhe ausklingen lassen. Die eigene Sauna gehört in Finnland fast schon dazu und ist nach mehreren Stunden bei zweistelligen Minusgraden natürlich besonders willkommen.
Gleichzeitig konnten wir die Angebote des Hotel Seita nutzen. Zum Resort gehören unter anderem Restaurant, Sauna, Schwimmbad und weitere Einrichtungen. Das Gelände liegt außerdem direkt an Wegen und Loipen rund um Äkäslompolo und eignet sich damit gut als Ausgangspunkt für Unternehmungen in der Region.
Für uns hat das Mökki damit sehr gut zu dieser Reise gepasst: tagsüber draußen im Schnee unterwegs und abends zurück in die warme Holzhütte. Genau diese Mischung aus Ruhe, Winterlandschaft und gemütlicher Unterkunft gehört für uns inzwischen genauso zu Lappland wie Polarlichter, Rentiere und die Touren rund um Ylläs.

Mit den Huskys durch den Winterwald
Eine Husky-Safari gehörte für uns unbedingt zu einer Winterreise nach Lappland dazu. Wir entschieden uns bei SnowFun Safaris für die große Tour mit rund 19 Kilometern – und damit für mehrere Stunden mitten in der verschneiten Landschaft rund um Äkäslompolo und Ylläs.
Auch unsere weiteren organisierten Aktivitäten während der Reise haben wir über SnowFun Safaris gebucht. Dort konnten wir außerdem die Thermokleidung für die gesamte Woche ausleihen – bei den teilweise sehr niedrigen Temperaturen eine praktische Ergänzung zu unserer eigenen Winterausrüstung.
Weitere Informationen zu SnowFun Safaris →
Schon vor dem Start merkt man, wie viel Energie in den Alaskan Huskys steckt. Sobald die Hunde vor den Schlitten gespannt werden, steigt die Aufregung deutlich. Nach einer Einweisung in das Lenken und Bremsen des Gespanns ging es schließlich los.
Das Besondere beginnt eigentlich erst nach den ersten Metern: Das aufgeregte Bellen verstummt und plötzlich hört man hauptsächlich das Gleiten der Kufen über den Schnee und die Hunde vor dem Schlitten. Die Strecke führt durch tief verschneite Wälder und über offene Winterlandschaften – weit weg vom normalen Straßenverkehr.
Auf der langen Tour bleibt genügend Zeit, sich an das Fahren zu gewöhnen und die Landschaft wirklich wahrzunehmen. Wir konnten uns beim Lenken des Schlittens abwechseln und die Tour dadurch sowohl als Fahrer als auch als Passagier erleben. Gerade auf 19 Kilometern bekommt man ein viel intensiveres Gefühl dafür, wie die Hunde als Team arbeiten und mit welcher Ausdauer sie durch den Schnee laufen.
Rückblickend war die große Tour bei den extrem niedrigen Temperaturen von teilweise bis zu −30 °C allerdings schon ziemlich lang.
Gerade wenn man längere Zeit im Schlitten sitzt und sich weniger bewegt, merkt man die Kälte irgendwann sehr deutlich. Unter diesen Bedingungen hätte für uns vermutlich auch die kleinere Husky-Tour völlig ausgereicht. Trotzdem war die lange Strecke natürlich ein besonderes Erlebnis, weil man deutlich mehr Zeit mit den Hunden verbringt und die verschneite Landschaft intensiver erlebt.
Nach der Rückkehr blieb noch Zeit, etwas über die Huskys und das Leben mit den Schlittenhunden zu erfahren und sich bei einem warmen Getränk wieder aufzuwärmen.
Die große Husky-Safari war für uns eines der eindrucksvollsten Erlebnisse der gesamten Lappland-Reise – nicht nur wegen der Hunde, sondern auch wegen der Ruhe und der Winterlandschaft, durch die wir unterwegs waren.


LAPPLAND ERLEBEN
Unterwegs mit den Rentieren
Rentiere gehören in Lappland ganz selbstverständlich zur Landschaft. Besonders im Winter begegnet man ihnen immer wieder an Straßenrändern, auf verschneiten Flächen oder in kleinen Gruppen zwischen den Bäumen. Für Besucher wirkt das zunächst fast ungewöhnlich, vor Ort gehören die Tiere jedoch seit Jahrhunderten zum Alltag.
In Finnisch-Lappland leben die meisten Rentiere nicht vollkommen wild, sondern in halbwilder Haltung. Sie können sich über große Gebiete frei bewegen, gehören aber Rentierhaltern und werden regelmäßig kontrolliert und zusammengetrieben. Deshalb sollte man gerade mit dem Auto immer damit rechnen, dass plötzlich ein Rentier am Straßenrand auftaucht oder ganz entspannt die Fahrbahn überquert.
Rentiere sind hervorragend an das Leben im hohen Norden angepasst. Ihr dichtes Fell schützt sie selbst bei sehr niedrigen Temperaturen, und mit ihren breiten Hufen kommen sie erstaunlich gut durch tiefen Schnee. Im Winter nutzen sie ihre Hufe außerdem, um Schnee beiseitezuscharren und darunter nach Flechten und anderer Nahrung zu suchen. Besonders interessant ist auch, dass bei Rentieren sowohl männliche als auch weibliche Tiere ein Geweih tragen können.
Ein besonderes Erlebnis unserer Reise war der Besuch auf einer Rentierfarm. Dort konnten wir die Tiere aus nächster Nähe beobachten und erfuhren mehr darüber, welche Bedeutung die Rentierhaltung für Lappland und die Menschen in der Region hat. Gerade im Winter ist die Atmosphäre auf einer solchen Farm besonders: tief verschneite Wege, ruhige Tiere und ringsherum die weißen Wälder.
Natürlich durfte auch das Füttern nicht fehlen. Dabei merkt man schnell, wie neugierig einige der Tiere sind. Aus der Nähe wirken die Rentiere gleichzeitig kräftig und erstaunlich ruhig – vor allem das dichte Winterfell und die großen Hufe fallen sofort auf.
Für uns war der Besuch eine schöne Abwechslung zu den vielen aktiveren Unternehmungen wie Husky- und Snowmobil-Touren. Man nimmt sich hier automatisch etwas mehr Zeit, beobachtet die Tiere und bekommt einen besseren Eindruck davon, wie eng das Leben in Lappland mit den Rentieren verbunden ist.
Gerade diese ruhigen Begegnungen mit den Tieren in der verschneiten Landschaft gehören für uns zu den Momenten, die von der Reise besonders in Erinnerung geblieben sind.
WINTERNACHT
Schneeschuhwanderung bei Nacht
Eine Schneeschuhwanderung durch Lappland ist schon am Tag etwas Besonderes – in der Dunkelheit bekommt die verschneite Landschaft aber noch einmal eine ganz andere Wirkung. Abseits der beleuchteten Wege verschwinden Konturen erstaunlich schnell. Ohne Stirnlampe war es teilweise gar nicht so einfach zu erkennen, wo der Weg eigentlich weiterging.
Orientierung gaben uns vor allem das Mondlicht, der helle Schnee und die Silhouetten der verschneiten Bäume. Sobald man sich an die Dunkelheit gewöhnt hatte, konnte man deutlich mehr erkennen, als man zunächst erwartet. Trotzdem musste man aufmerksam bleiben, denn kleinere Unebenheiten, Spuren oder tiefere Schneestellen waren kaum auszumachen.
Gerade diese Dunkelheit machte die Tour für uns besonders. Keine Straßenbeleuchtung, kaum Geräusche und ringsherum nur Wald und Schnee. Man hört hauptsächlich das Knirschen der Schneeschuhe und die eigenen Schritte – eine ganz andere Atmosphäre als bei einer Wanderung am Tag.
Unterwegs legten wir eine Pause in einer traditionellen Kota ein. Nach der Kälte draußen war die Wärme dort besonders angenehm. Dazu gab es heißen Blaubeersaft und Zimtschnecken – eine Kombination, die nach einiger Zeit draußen im Schnee genau richtig war.
Mit dem warmen Becher in der Hand, während draußen Dunkelheit und Winterkälte herrschten, war diese Rast fast genauso schön wie die Schneeschuhwanderung selbst.
Danach ging es wieder hinaus in die dunkle Landschaft und auf Schneeschuhen zurück durch den verschneiten Wald. Gerade die Mischung aus Dunkelheit, Mondlicht, Stille und der gemütlichen Pause in der Kota hat diese Tour für uns zu einem der besonderen Wintererlebnisse in Lappland gemacht.
YLLÄS
Wintertag am Ylläs
Der Ylläs prägt die Landschaft rund um Äkäslompolo und ist weit mehr als nur ein Aussichtspunkt. Rund um den Fjell liegt eines der bekanntesten Skigebiete Finnisch-Lapplands. Breite Pisten, viel Platz und die verschneite Landschaft machen das Skifahren hier deutlich ruhiger und entspannter als in vielen großen Alpengebieten.
Besonders schön ist der Wechsel zwischen offenen Hängen und den tief verschneiten Wäldern rund um den Berg. Von den höher gelegenen Bereichen reicht der Blick weit über die Landschaft Lapplands – über zugefrorene Seen, Wälder und die kleinen Orte rund um Ylläs.
Auch wer nicht zum Skifahren hier ist, sollte den Ylläs nicht auslassen. Allein die Fahrt hinauf und der Blick über die winterliche Landschaft zeigen sehr eindrucksvoll, wie weit und ursprünglich Lappland wirkt.

Skifahren am Ylläs
Das Skigebiet am Ylläs erstreckt sich über beide Seiten des Fjells und bietet dadurch sehr unterschiedliche Abfahrten. Neben breiten, offenen Pisten gibt es immer wieder Abschnitte, die direkt durch die verschneiten Wälder führen. Gerade diese Mischung macht das Skifahren hier für mich besonders – weniger hektisch als in vielen großen Alpenregionen und mit viel Platz auf den Pisten.
Typisch für Lappland sind natürlich auch die besonderen Lichtverhältnisse. Im Winter steht die Sonne nur sehr niedrig über dem Horizont und viele Pisten werden zusätzlich beleuchtet. Dadurch kann man selbst an den kurzen Wintertagen lange unterwegs sein und erlebt beim Skifahren immer wieder diese besondere blaue und goldene Winterstimmung.
Auch abseits der klassischen Abfahrten ist rund um Ylläs viel los. Langlaufloipen, Schneeschuhwege und Winterrouten ziehen sich durch die gesamte Region. Dadurch ist der Berg nicht nur für Skifahrer interessant, sondern ein guter Ausgangspunkt für ganz unterschiedliche Winteraktivitäten.
Für uns war der Tag am Ylläs deshalb mehr als nur ein Skitag – vor allem die Kombination aus Pisten, tief verschneiten Wäldern und der weiten Aussicht über Lappland ist hängen geblieben.
EIN HIGHLIGHT DER REISE
Mit dem Snowmobil auf den Ylläs
Nach einer Beginner-Tour zu Beginn der Reise folgte später eine größere Snowmobil-Tour hinauf auf den Ylläs. Schnee, weite Landschaft und das Licht am Horizont machten diese Tour zu einem der Höhepunkte der Woche.



Mit dem Snowmobil „Over the Hills“
Eine Snowmobil-Tour gehört für uns zu den Erlebnissen, bei denen man die Weite Lapplands besonders intensiv spürt. Unsere Tour trug passend den Namen „Over the Hills“ – und genau so fühlte sie sich auch an: hinaus aus dem Ort, durch tief verschneite Wälder und immer wieder hinauf über die Hügel und Fjells der Umgebung.
Abseits der Straßen verändert sich die Landschaft ständig. Mal führt die Strecke durch dichte, schneebedeckte Wälder, dann öffnet sich plötzlich der Blick über weite weiße Flächen und die umliegenden Höhen. Gerade von den höher gelegenen Abschnitten bekommt man einen Eindruck davon, wie groß und dünn besiedelt diese Region tatsächlich ist.
Nach einer Einweisung geht es mit den Snowmobilen auf den präparierten Winterrouten durch die Landschaft. Dabei steht für uns weniger die Geschwindigkeit im Vordergrund als das Erlebnis selbst: die Kälte, der Schnee, der Motor unter einem und diese fast endlose Winterlandschaft ringsherum.
„Over the Hills“ war deshalb eines der abwechslungsreichsten Erlebnisse unserer Lappland-Reise – und eine ganz andere Art, die Gegend rund um Ylläs zu entdecken.
Unterwegs auf dem vereisten See
Mitten in Äkäslompolo liegt der gleichnamige See, der im Winter vollständig unter Schnee und Eis verschwindet. Wo im Sommer Wasser ist, entsteht in der kalten Jahreszeit eine weite, fast vollkommen weiße Fläche. Vom See aus hat man einen besonders schönen Blick auf die verschneite Landschaft rund um den Ort und hinüber in Richtung Ylläs.
Für uns war der Weg über den zugefrorenen See einer dieser ruhigen Momente der Reise. Kein Verkehr, kaum Geräusche – nur Schnee, Kälte und diese enorme Weite. Gerade abseits der Ausflüge und Aktivitäten zeigt sich hier eine ganz andere Seite Lapplands: langsam, still und unglaublich entspannt.



AUSFLUGSTIPP
SnowVillage – eine Welt aus Schnee und Eis
Nicht weit von Äkäslompolo und Ylläs liegt in Lainio das SnowVillage. Die Anlage wird jeden Winter neu aus Schnee und Eis aufgebaut und bekommt dabei jedes Jahr ein anderes Thema. Eisräume, Skulpturen und besondere Lichtinstallationen machen daraus eine eigene kleine Winterwelt.



Eis, Schnee und Kunst mitten in Lappland
Das SnowVillage ist weit mehr als ein klassisches Eishotel. Im Inneren entstehen jedes Jahr neu gestaltete Räume, Gänge und große Skulpturen aus Schnee und Eis. Je nach Saison gehören dazu Schneesuiten, eine Ice Bar, ein Eisrestaurant und zahlreiche kunstvoll beleuchtete Installationen.
Besonders spannend ist, dass diese Anlage nicht dauerhaft bestehen bleibt. Mit dem Ende des Winters verschwindet sie wieder – und in der nächsten Saison entsteht eine komplett neue Themenwelt. Dadurch verändert sich das SnowVillage von Jahr zu Jahr und bietet immer wieder andere Motive und Eindrücke.
Gerade für Fotografen ist die Kombination aus Eis, Licht und teilweise sehr aufwendig gestalteten Details interessant. Die kühlen Blau- und Weißtöne zusammen mit farbiger Beleuchtung schaffen eine Atmosphäre, die sich deutlich von der übrigen Winterlandschaft rund um Ylläs unterscheidet.
Wir selbst haben das SnowVillage auf dieser Reise nicht besucht. Die Bilder geben aber einen schönen Eindruck davon, warum dieser Ort zu den besonderen Winterzielen rund um Ylläs gehört.
PERSÖNLICHER MOMENT
Winterkälte in Lappland

Kälte gehört zu Lappland dazu – besonders im Januar und Februar.
In diesen Monaten liegen die Temperaturen häufig deutlich unter dem Gefrierpunkt. Schnee, trockene Winterluft und lange Frostperioden prägen den Winter rund um Äkäslompolo.
Temperaturen im Januar und Februar
Im Winter liegt die Durchschnittstemperatur in Finnisch-Lappland ungefähr bei −14 °C. Während ausgeprägter Kälteperioden können die Temperaturen aber problemlos auf −25 bis −30 °C fallen. Im Januar sind die Tage noch sehr kurz, während es im Februar bereits spürbar länger hell bleibt.
Wenn es unten kälter ist als auf dem Ylläs
Eine Besonderheit sind sogenannte Inversionslagen. Dabei sammelt sich die kalte Luft unten im Tal, während es weiter oben am Ylläs deutlich milder sein kann. Unterschiede von 10 bis 15 Grad sind dabei durchaus möglich.
Wie sich diese Kälte anfühlt
Nach einiger Zeit draußen merkt man schnell, dass −20 oder −25 °C mehr sind als nur eine Zahl auf dem Thermometer. Gefrorener Atem, Eiskristalle an der Kleidung und vereiste Wimpern gehörten bei uns irgendwann einfach dazu. Mit mehreren Kleidungsschichten, warmen Schuhen und guten Handschuhen lässt sich der Winter trotzdem erstaunlich gut genießen.
Heißes Wasser trifft arktische Kälte
Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt lässt sich eindrucksvoll beobachten, was die trockene Winterluft in Lappland bewirkt. Wird heißes Wasser fein in die Luft geschleudert, zerfällt es in winzige Tropfen, die teilweise sofort verdampfen und zu feinen Eiskristallen gefrieren.
Für ein paar Sekunden entsteht so eine kleine Wolke aus Dampf und Eis – ein schönes Beispiel dafür, wie extrem die Kälte in Lappland tatsächlich sein kann.
Ein kleiner Versuch mit großer Wirkung
Solche Momente zeigen ganz unmittelbar, wie außergewöhnlich die Temperaturen in Lappland sein können. Was zu Hause einfach heißes Wasser wäre, verwandelt sich bei starker Kälte innerhalb weniger Augenblicke in eine Wolke aus Dampf und feinen Eiskristallen.
Für uns war das natürlich auch ein Spaß zwischendurch – und gleichzeitig eine ziemlich eindrucksvolle Erinnerung daran, wie kalt es an diesem Tag tatsächlich war.
AUSRÜSTUNG FÜR LAPPLAND
Warm und gut vorbereitet durch den Winter
Winter in Lappland bedeutet nicht nur Schnee, sondern je nach Wetter auch Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Entscheidend ist deshalb weniger ein einzelnes besonders warmes Kleidungsstück als eine sinnvoll aufeinander abgestimmte Kombination aus mehreren Schichten.
Mit dem Zwiebelprinzip lässt sich die Kleidung flexibel an Temperatur, Wind und Aktivität anpassen. Gerade bei Touren ist das praktisch: Beim Bewegen kann eine Schicht ausgezogen werden, bei Pausen kommt zusätzliche Isolation dazu.
Das Zwiebelprinzip bei großer Kälte
Bei sehr niedrigen Temperaturen ist es sinnvoller, mehrere aufeinander abgestimmte Schichten zu tragen als nur eine besonders dicke Jacke. Die einzelnen Lagen sorgen für Wärme, transportieren Feuchtigkeit nach außen und können je nach Aktivität flexibel ergänzt oder ausgezogen werden.
1. Basisschicht – trocken bleiben
Merino- oder Funktionsunterwäsche wird direkt auf der Haut getragen. Sie soll Feuchtigkeit vom Körper wegtransportieren und verhindern, dass nasse Kleidung auf der Haut auskühlt. Baumwolle ist dafür eher ungeeignet.
2. Wärmeschicht – Wärme speichern
Darüber kommt eine isolierende Zwischenschicht, zum Beispiel ein Fleece oder ein anderer warmer Midlayer. Diese Schicht hält die Körperwärme fest.
3. Isolationsschicht – Schutz bei großer Kälte
Bei tiefen Minusgraden sorgt eine warme Daunenjacke für zusätzliche Isolation. Besonders bei Pausen, langsamen Aktivitäten oder längeren Aufenthalten im Freien ist diese Schicht wichtig.
4. Außenschicht – Wind und Schnee abhalten
Bei starkem Wind oder Schneefall kann zusätzlich eine Hardshell getragen werden. Sie schützt die darunterliegenden Schichten vor Wind und Feuchtigkeit.
Tipp: Bei Bewegung lieber etwas weniger anziehen und bei Pausen schnell eine zusätzliche Schicht überziehen. Wer stark schwitzt, kann später schneller auskühlen.
Meine Ausrüstungsempfehlungen für Lappland
Aus diesen Schichten und einigen praktischen Helfern ergibt sich eine recht überschaubare Grundausstattung für eine Winterreise. Die wichtigsten Dinge habe ich hier nach Kleidung, Ausrüstung für unterwegs und Technik bei Kälte zusammengefasst.
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